Kolossale Vanilleschnitte
Geschätzte Kosten: AUD$70,00 für die Zutaten
AUD$15,00 für die Form
Wir hier in Australien sind ein bescheidenes Völkchen, aber nichts lieben wir mehr, als die Poms (die Briten) mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Ja, ja, ich weiß, wir haben die letzte Rugby-Weltmeisterschaft verloren, und die Ashes (die Cricket-Serie gegen England) übrigens auch, also war es für uns Aussies an der Zeit, ein bisschen verlorenen Stolz zurückzuerobern. Es war Zeit für mich und meinen Kumpel Pimp-master Mark, die Ehre wiederherzustellen.
Es hat eine Weile gedauert, bis uns etwas typisch Australisches eingefallen ist, und am Ende haben wir uns für die bescheidene Vanilleschnitte entschieden: erstklassiger Vanillepudding zwischen zwei Lagen Blätterteig, obendrauf Zuckerguss.
Um diesen Riesen-Snack auf den Weg zu bringen, brauchten wir folgende Zutaten:
18 Liter Milch
1,5 kg Rohrzucker
1 kg Vanillepuddingpulver
6 Platten herrlicher Blätterteig
Ein bisschen Gelatine
Vanillearoma
1 kg Puderzucker
Himbeermarmelade
Und etwas Butter

Außerdem haben wir festgestellt, dass es keine Backbleche gab, die für das Ausmaß an Monstrosität taugten, das uns vorschwebte. Also bin ich in den Baumarkt um die Ecke gegangen und habe MDF-Platten für die Form gekauft. Das bin ich, wie ich meine längst verschütteten Werkunterricht-Kenntnisse aus der 8. Klasse einsetze. Da wäre jeder Schalungsbauer stolz, da bin ich mir sicher.

Zuerst haben wir die Form mit Frischhaltefolie ausgelegt, damit sich alles leichter herauslösen lässt. Dann haben wir ein paar Blätterteigplatten zusammengefügt, um den Boden der Schnitte zu machen. Hinweis an die Blätterteighersteller: Eure jämmerlichen Platten sind viel zu klein für ernsthafte Riesen-Snacks!!

Jetzt kam der ernste Teil – der Pudding. Wir waren nicht sicher, ob er stabil genug sein würde, also haben wir etwas Gelatine dazugegeben. Pimp-master Mark hat eine Testportion gemacht, um Konsistenz und Stabilität zu prüfen. Sie sah fest genug aus, und beim Essen hatte sie die Konsistenz von Clag-Kleber (australischer Bastelkleister), also wussten wir, dass wir richtig lagen.

Das Puddingkochen hat ewig gedauert – wir mussten den Pudding jeweils 3 Liter auf einmal kochen. Leider wollte uns der Arbeitgeber keinen Snack-Sonderurlaub geben, also haben der Pimp-master und ich drei Abende nach Feierabend gebraucht, um alle sechs Portionen Pudding fertigzukriegen.

Als die Form mit wabbeligem Pudding gefüllt war, haben wir noch eine Lage Blätterteig gemacht und oben auf den Pudding gelegt. Normalerweise kommt auf die Schnitte nur Vanilleguss, aber wir haben beschlossen, sie mit ein paar Himbeermarmeladen-Schlieren noch extra aufzumotzen. Man beachte das maurerkellenartige Werkzeug zum Auftragen des Zuckergusses.

Enthüllt wurde die Schnitte auf der Geburtstagsparty von Onkel Noel, der auf dieser ganzen Reise unsere treue Küchen-Bitch war. Leider konnten wir die Party nicht richtig genießen, denn ich bin mir sicher, dass wir uns beim Heben dieses 20 kg schweren Monsters einen Leistenbruch geholt haben.

Die puddingsüße Liebe haben wir mit den Leuten auf der Arbeit geteilt, denen unsere XXL-Vanilleschnitte tatsächlich geschmeckt hat. Fürs Erste will ich in meinem ganzen Leben keine verdammte Vanilleschnitte mehr sehen, und auch überhaupt keinen Pudding. Aber wir haben uns für ein bisschen australischen Riesen-Snack-Stolz richtig reingehängt….. Aussie! Aussie! Aussie! Oi! Oi! Oi!
