Pimp That Snack
Sprache: Deutsch

„Coco-Chanel Boost“

Ein riesiger Kokos-Schokoriegel nach dem eingestellten Coconut Boost

Ich habe mir für meinen Riesen-Snack den Coconut Boost ausgesucht, weil a) ich Coconut Boosts geliebt habe und es mich traurig macht, dass man sie nicht mehr kaufen kann, und b) weil das noch niemand gemacht hat.

Das Wichtigste zuerst: Ich brauchte einen ordentlichen Riesen-Snack-Soundtrack. Da der Coconut Boost eingestellt worden war, konnte ich mich nicht an einem inspirieren, also habe ich beschlossen, mich von Musik aus der Blütezeit des Coconut Boost inspirieren zu lassen. (Auftritt: kitschige 90er-Musik)

Jetzt zu den Zutaten:

„Coco-Chanel Boost“: ingredients

2 Dosen Kondensmilch (ich hab kurz über die Light-Version nachgedacht, aber mal ehrlich …)
2 große Tafeln Dairy Milk (muss Cadbury’s sein, nichts anderes kommt infrage (außerdem hatte Morrison’s keine billige Eigenmarke – und falls was übrig bleibt, wollte ich sowieso das Beste!)
4 Joghurts (köstlicher fettarmer Rachel’s Organic – sehr zu empfehlen)
2 Tüten Kokosraspel
Puderzucker
2 Tüten Toffees (die waren jetzt aber el cheapo, Eigenmarke von Morrison’s)

Gesamtkosten: 11,13 £

Den Aufmerksameren unter euch ist bestimmt die etwas deplatziert wirkende Viererpackung Joghurt aufgefallen. Ich führe sie in der Zutatenliste und bei den Gesamtkosten mit auf, weil ich sie gleichzeitig gekauft und dann komplett vergessen habe, sodass sie die ganze Nacht draußen standen und ich sie wegschmeißen musste :o(

An dieser Stelle muss mich die Musik inspiriert haben, und mir wurde klar, dass ich mich so auf die Einstellung der Coconut Boosts versteift hatte, dass ich gar nicht gesehen hatte, dass es Alternativen gab, an denen ich mich orientieren konnte: die Star Bar (die früher ein Peanut Boost war) und ein Boost (früher Biscuit Boost, jetzt aber mit Glukose vollgepumpt und als Energieriegel vermarktet – wie viel Zucker braucht man denn bitte in einem Schokoriegel). Also, einen kurzen Abstecher zum Laden später habe ich zwei Schokoriegel zur Inspiration. Ach ja, und ein paar Rubbellose, auf denen ich nichts gewonnen habe, also liegen die Gesamtkosten jetzt bei: 11,13 £ plus 2,83 £ = 13,96 £. (Tatsächlicher Preis etwa 8,50 £ – siehe unten.)

Ich bin an dieser Stelle ein bisschen angefressen, weil die Mädels alle im Park sitzen und ein paar Bierchen trinken, die Jungs alle im Pub Fußball gucken und es ein herrlich sonniger Abend ist.

Aber es stehen Preise auf dem Spiel, also ran an den Riesen-Snack.

Als Erstes ist die leckere Kokosfüllung dran. Inspiriert hat mich das Rezept meiner Tante Jane für Bounty-Riegel; dafür habe ich die zwei Tüten Kokosraspel, etwas Puderzucker, etwa 6 EL), den ich gesiebt habe (Klumpen mag keiner – außer man ist die Black Eyed Peas – aber ich glaube, das sind nicht dieselben ….), und eine der Dosen Kondensmilch vermischt (die habe ich nach und nach dazugegeben, weil ich keine Ahnung hatte, wie viel ich brauchen würde, aber praktischerweise war eine Dose genau richtig).

„Coco-Chanel Boost“: condensedmilk

Als alles vermischt war, habe ich überlegt, wie ich das in eine schöne Wurstform kriege, ohne dass es in der ganzen Küche landet. Ich habe mich für die Zipperbeutel-Methode entschieden. Den habe ich dann gequetscht und gerollt, bis eine Wurst draus wurde:

„Coco-Chanel Boost“: sausage

Das hat ziemlich gut geklappt. Ich war an dieser Stelle recht zufrieden mit mir, vor allem, weil die Kokosmasse so verdammt lecker war. Hut ab vor Tante Jane.

Das Ganze kam jetzt zum Kühlen ins Gefrierfach.

Jetzt kommt der klebrige Teil.

In einen Topf kommen die zwei Tüten Toffees, liebevoll und mühsam ausgewickelt (ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich mich etwas übers Ohr gehauen fühlte, weil in der Tüte ein Papierchen ohne Toffee war – verdammtes diebisches Pack, diese Toffee-Abpacker von Morrison’s). Vielleicht, weil ich mich immer noch ärgere, um ein Toffee betrogen worden zu sein, passe ich in dem Moment nicht auf, die Hitze ist zu hoch, und unten brennt ein bisschen was an, aber es erholt sich gut. Allmählich mache ich mir allerdings Sorgen, weil die Toffees sehr hart waren, und ich fürchte, dass das keine besonders leckere Schicht in meinem Boost ergibt, zumindest keine, die man gut essen kann. Während ich noch überlege, was ich dagegen tun soll – Milch, Butter oder was –, sehe ich die Dose Kondensmilch, die ich nicht gebraucht habe. Perfekt. Ich probier’s damit.

„Coco-Chanel Boost“: toffeesplusmilk

Das funktioniert prima (ich habe etwa die halbe Dose genommen). Und es ist ja sooo lecker.

Ich habe beschlossen, meinen Boost nach dem Biskuitrollen-Prinzip zu bauen, also gieße ich das Toffee zu einem Quadrat aus. (An dieser Stelle hole ich die Kokoswurst aus dem Gefrierfach, um sie abzumessen. Sie ist 24 cm lang und hat einen Durchmesser von ebenfalls 24 cm – das hätte ich nicht mal mit Absicht hingekriegt!!)

Eigentlich wollte ich es auf Alufolie gießen, aber dann schlägt die Katastrophe zu: Es ist nicht annähernd genug Alufolie da. Also eben Backpapier.

„Coco-Chanel Boost“: toffeesquare

Jetzt kommt das Toffee-Quadrat ins Gefrierfach, bis es die richtige Konsistenz zum Einwickeln hat.

Während das Toffee fest wird, schmelze ich etwa ein Drittel der Schokolade für den Boden, nach der altbewährten Methode mit der Schüssel über einem Topf mit heißem Wasser. Alles läuft glatt, und ich gieße sie in eine Form aus Alufolie (zum Glück war das winzige Stück, das ich noch hatte, genau groß genug.)

Die Schokolade kommt jetzt ins Gefrierfach. Ich teste das Toffee, und es scheint ungefähr die richtige Konsistenz zum Einwickeln zu haben. Es kommt zusammen mit der Kokoswurst aus dem Gefrierfach.

Jetzt geht das Einwickeln los:

„Coco-Chanel Boost“: rolledupwithtoffee

und dann kommt alles wieder ins Gefrierfach.

Einige Zeit später sehe ich im Gefrierfach nach dem Rechten; die Schokolade ist schön hart, und die Kokos-Toffee-Wurst scheint auch so weit zu sein, also raus damit, und ich fange an, das Papier abzuziehen.

Katastrophe: Das Backpapier mag ja fettdicht sein, aber toffeedicht ist es garantiert nicht; dieses Papier klebt bombenfest. Nachdem ich erfolglos versucht habe, es abzuziehen/abzuknibbeln/abzukratzen, beschließe ich, dass es nur einen Weg gibt: es abzuschneiden, zusammen mit einer dünnen Scheibe von meinem kostbaren Toffee.

„Coco-Chanel Boost“: cuttingoffthepaper

Am Ende schaffe ich es, und ich merke, dass es sich doch ein bisschen abziehen lässt, wenn das Toffee etwas antaut. Jedenfalls stelle ich dabei fest, dass das Toffee oben nicht zusammenkommt.

Aber inspiriert vom Abschneiden des Papiers komme ich auf die Flickenteppich-Idee, und nach ein bisschen Ausschneiden und Einfügen habe ich jetzt eine toffeeumhüllte Kokoswurst.

„Coco-Chanel Boost“: allpaperoffandpatchedup

Sie fängt jetzt an, ein bisschen zu schmelzen, also lege ich sie ins Gefrierfach, während ich die Schokolade für oben schmelze. Als die Schokolade fertig ist, setze ich alles zusammen.

Also, ein paar Schichten Schokolade später – wobei ich darauf achte, dass sie das alles entscheidende ‚Leicht gewellt mit flacher Unterseite‘ hinkriegt – habe ich am Ende das hier. (Mit Glukose vollgepumpter Boost zum Vergleich.)

„Coco-Chanel Boost“: blingedup

und zum Schluss der obligatorische Querschnitt.

„Coco-Chanel Boost“: obligatorycrosssection

Anmerkungen:

Boost zum Vergleich: 60,5 g, 11 cm x 3 cm
Kokos-Boost in XXL: 1950 g, 27 cm x 8 cm
Verhältnisse: Gewicht: 32:1; Größe: 2,5:1

Übrig habe ich außerdem noch ½ Dose Kondensmilch und etwa ein Drittel der Schokolade – ich glaube, ich mache daraus einen Toffee-Schoko-Cheesecake fürs Sonntagsessen. Den Puderzucker hätte ich auch nicht gebraucht, weil ich beim Wegräumen noch jede Menge im Schrank gefunden habe. Wenn ich also das Zeug abziehe, das ich nicht benutzt/gebraucht habe, und die zusätzlichen Sachen, lagen die echten Kosten wohl bei etwa 8,50 £.

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