Bourbon, die Zweite
Ein riesiger Bourbon-Keks mit Schokoladen-Kaffee-Füllung
Viele berühmte Philosophen und Weise haben im Laufe der Zeitalter erkannt, dass der Bourbon-Keks zwar einerseits ein schmackofatziger Snack voller Güte ist, andererseits aber auch ein unverzichtbarer Grundstein, auf dem alle modernen Gesellschaften ruhen. Das ist Fakt. Ebenso ist es wissenschaftlicher Fakt, dass es direkte Zusammenhänge zwischen „Güte“, „Kalorien“ und „XXL-Größe“ gibt. Mit diesem Mantra zogen wir los, um genau das Fundament, auf dem die Gesellschaft gebaut ist, in XXL nachzubauen und die Welt für alle zu einem besseren Ort zu machen. Wir zogen los, um den Pimpbon zu erschaffen.

Die Zutaten wuchsen alle ganz natürlich auf unserem Rasen, wie ein paar sehr seltsam mutierte Pilze! Wir nahmen das als Zeichen von Mutter Natur höchstpersönlich, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Eine weitere Untersuchung des Gartens förderte Folgendes zutage:
750 g Mehl
350 g feiner Zucker
350 g Margarine
7 EL Golden Syrup (heller Zuckersirup)
125 g Kakao
3,5 Löffel Natron
2 große Tafeln Schokolade
1 Becher Sahne
4 Löffel Kaffee
Alle Zutaten außer Sahne, Schokolade und Kaffee wurden dann mit meiner neuen XXL-Lieblingswaffe „ken wood the chef“ vermengt, von deren Existenz ich bis zu diesem Projekt nicht mal wusste.
Hier ein Actionfoto zum Anheizen:

Nach langem Mixen und fast unter der Last zusammenbrechend, brachte unser treuer Freund diese Kugel der Genialität hervor:

Die Kugel der Genialität wurde dann mit dem größten Messer, das wir im Haus finden konnten, in zwei Hälften gespalten. Ich empfehle, dafür künftig ein Claymore-Schwert zu verwenden, falls du eins in die Finger bekommst. (Bitte beachte: Die hier ausgesprochene Empfehlung, Waffen als Küchenutensilien zu benutzen, ist nicht unbedingt eine gute.)

Jede Hemisphäre wurde dann sorgfältig im Seitenverhältnis 1 : 2,17857 ausgerollt. Präzision hatte oberste Priorität. Hier ist eine der Platten:

Dann wurden die Platten gelocht, um die „zehn Löcher der Gesellschaft“ nachzubilden. NB: Die Löcher solltest du etwas größer machen, weil der Teig beim Backen aufgeht. Dafür haben wir das hintere Ende eines Holzlöffels benutzt (an dieser Stelle sei erwähnt, dass dieses Ende in der Küche viel zu wenig Einsatz und Ruhm abbekommt).

Dann wurde es technisch. Unsere ersten Versuche, die Buchstaben zu schreiben, die wir alle so lieben und schätzen gelernt haben, waren fruchtlos. Die Genauigkeit war grauenhaft. So baut man nicht das Fundament der Gesellschaft! Auf der Suche nach lächerlicher Authentizität wurde ein raffinierter Plan geschmiedet, bei dem Geräte zum Einsatz kamen, die man normalerweise nicht in der Küche findet. Unser Plan:
Schritt 1 – kleinen Bourbon-Keks einscannen:

Schritt 2 – mit Photoshop habe ich die Schrift nachgezogen und auf die XXL-Platte skaliert (35 cm x 16 cm)

Schritt 3 &4 – Die Schrift wurde dann mit markierter Mitte ausgedruckt, auf die Platte gelegt und mit einem Zirkel die Position der Buchstaben genau markiert:

Nach dem Anzeichnen wurden die Buchstaben mit dem hinteren Ende einer Tranchiergabel eingedrückt. Die Leistung dieses Utensils war erstklassig, und sie ist in meiner ewigen Küchen-Bestenliste um mehrere Plätze aufgestiegen. Das Ganze wurde bei beiden Platten wiederholt, um den künstlerischen Wert zu wahren; wir waren leidenschaftlich davon überzeugt, dass der Pimpbon ohne zwei Seiten nicht komplett wäre, obwohl er wahrscheinlich nie umgedreht werden würde. Die Ergebnisse sahen so aus:

KATASTROPHE!!!!
Das verf*&$^te Teil ist zerbrochen und hat mir dabei das Herz gebrochen. Es ist beim Transport durchgebrochen – offenbar reichen 3 Pfannenwender für so ein gewaltiges Essen nicht aus, wie töricht von uns.

Nachdem ich die Mädels in die Küche geholt hatte, habe ich entdeckt, dass man Gebäck reparieren kann! Gute Nachricht. Die Platte wurde wieder zusammengeschoben und glatt gestrichen. Dann wurden die Risse angefeuchtet und glatt gerieben, und alle waren wieder glücklich. Ab in den Ofen mit ihr:

Ich weiß nicht mehr, bei welcher Temperatur der Ofen lief und wie lange der Pimpbon drin war, weil ich mir vor Aufregung fast in die Hose gemacht hätte! Wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen, etwa 3,2 Millionen Grad für 7 oder 8 Minuten. Raus mit ihnen:

Über ein paar Risse war ich ein bisschen enttäuscht, aber es war das Erste, was ich je gebacken habe, also hätte es viel schlimmer kommen können. Der Vorgang, den du auf dem Bild oben siehst, ist das „Flip Reversing“ des Kekses. Das ist ein ungelenkes Manöver (ungefähr wie die Songtexte von Blazin’ Squad, von denen der Name stammt), aber nötig, um eine feste Grundlage für die „schokoladige Güte“ zu schaffen. Die Güte entstand in den 7 oder 8 Min., in denen der Keks im Ofen war; sie besteht aus 2 großen Tafeln Schokolade und etwa einem halben Pint Sahne, zusammen geschmolzen, außerdem kamen 4 Löffel Kaffee dazu. Die Logik hinter diesem koffeinverrückten Manöver ist in der Aufregung wohl verloren gegangen, aber es sorgte für einen authentischeren Geschmack. Drauf mit der Güte:

Dann kam der Deckel drauf, und der Pimpbon war komplett:

Der Pimpbon wurde später zu Jane gebracht, als „Nachtisch“ zu ihrem Sonntagsbraten. Sie hat sich sehr darüber gefreut.
Manche wollten ihn mit Vanillesoße, aber ich bin da puristisch und habe abgelehnt. Zu diesem Mahl empfehle ich einen kräftigen, vollmundigen Rotwein, alles über 14,5 % ist angemessen. Käse ist eine optionale Beilage zu jeder Mahlzeit und passt gut zum Pimpbon, ich empfehle einen milden Cheddar. Kalorienmäßig kommt er auf respektable knapp 6500 dieser Bad Boys, und das gute Stück bringt irgendwas um die 2 kg auf die Waage (unsere Waage geht nicht so hoch, also ist das ein bisschen geraten).
Aus dieser Erfahrung habe ich zwei sehr wichtige Dinge gelernt
– unterschätze niemals das hintere Ende irgendeines Besteckteils
-und manchmal ist es sehr wichtig, Dinge aus keinem anderen Grund zu tun, als weil man es kann