Pimp That Snack
Sprache: Deutsch

Riesiger Crunchie

1. Die Verpackung herstellen

Riesiger Crunchie, photo 1 of 10

Riesiger Crunchie, photo 2 of 10

Zufällig hatte ich noch einen Bogen Goldfolie von einem früheren Auftrag übrig (eine Ladung Schoko-Oscars). Erstaunlich, was so alles rumliegt, wenn man nie etwas wegwirft!

Die Folie ist dünn und nicht sehr stabil, also habe ich sie mit PVA-Leim (Weißleim) auf einen Bogen Zellophan geklebt. Das hat seinen Zweck erfüllt, denn die verstärkte Folie ist viel stabiler und leichter zu verarbeiten, allerdings war PVA-Leim wohl nicht die beste Wahl – der braucht Luft zum Trocknen und bleibt deshalb wahrscheinlich für immer feucht.

Als Nächstes habe ich ein bisschen mit dem Scanner herumhantiert, eine echte Crunchie-Verpackung eingescannt und auf die richtige Größe vergrößert. Ich habe mich für 4-mal so groß wie das Original entschieden – 4-mal so hoch, breit und tief sollte perfekt sein. Da ich nicht gut genug male, um das freihändig zu machen, habe ich das vergrößerte Bild ausgedruckt und den Schriftzug ausgeschnitten, um eine Schablone zu haben, mit der ich den roten Teil des Logos malen konnte. Als das getrocknet war, habe ich den weißen Rand ergänzt und dann den goldenen. Ich habe Acrylfarbe genommen, weil ich zufällig welche herumliegen hatte. Als alles trocken war, habe ich mit einem Sharpie den letzten violetten Schliff gegeben.

2. Die Form bauen

Riesiger Crunchie, photo 3 of 10

Ich hatte keine passende Form herumliegen, also musste ich eine bauen. Ein stabiler Pappkarton wurde in Stücke gehackt und dann sorgfältig wieder zusammengebaut. Danach wurde er wieder auseinandergenommen und noch ein bisschen mehr zerhackt, um ihn auf die richtige Größe zu bringen (zweimal messen, einmal schneiden …).

Der Pappkarton wurde dann mit Backpapier ausgelegt, damit die Karamellfüllung nicht kleben bleibt.

3. Die Füllung machen

Riesiger Crunchie, photo 4 of 10

Riesiger Crunchie, photo 5 of 10

Die Füllung eines Crunchie ist Wabenkaramell, auch bekannt als Cinder Toffee. Für jede Art von Karamell braucht es eigentlich einen trockenen Tag, der nicht zu schwül ist, sonst macht die Feuchtigkeit in der Luft das Karamell zu klebrig. Da ich in England wohne und Sommer ist, musste ich ein paar Wochen auf passende Bedingungen warten.

Für das Wabenkaramell brauchst du einen großen Topf, weil die Zuckermasse auf etwa das 4-Fache des Volumens der ursprünglichen Zutaten aufgeht. Mein Rezept: 350 g Zucker, 100 g Honig und 100 ml Wasser – sanft erhitzen und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann ohne Rühren kochen lassen, bis 160 °C erreicht sind. Vom Herd nehmen, 1½ TL Natron dazugeben und gut verrühren. Als die erste Ladung fertig war, habe ich sie in die Form gegossen. Während sie abkühlte und fest wurde, habe ich noch eine Ladung gemacht. Und noch eine. Und noch eine.

Endlich war die Form voll und musste dann auf Zimmertemperatur abkühlen. Währenddessen wurde das übrige Wabenkaramell von der Qualitätskontrolle (dem Rest meiner Familie) verputzt.

4. Schokolade temperieren.

Riesiger Crunchie, photo 6 of 10

Riesiger Crunchie, photo 7 of 10

Da Schokolade mein Beruf ist, hatte ich zufällig auch eine Ladung Schokolade herumliegen. Ich habe Milchschokolade von Barry Callebaut genommen und geschätzt, dass ich etwa 1 kg für einen guten Überzug rundherum brauchen würde. Damit die Schokolade ihr Bestes gibt, muss sie temperiert werden. Durch diesen Vorgang bekommt die Schokolade die richtige Kristallstruktur, damit sie glänzt, nicht zu leicht schmilzt und nicht zu weich ist. Wenn man nicht temperiert, bildet sich auf der Schokolade Fettreif: Dabei trennen sich die Fette und steigen an die Oberfläche, was einen weißen, pudrigen Belag ergibt (sie ist dann immer noch essbar, aber Geschmack und Konsistenz sind nicht so gut).

Zuerst muss die Schokolade in der Mikrowelle geschmolzen werden. Immer nur kurz erhitzen, dann umrühren, damit sie nicht anbrennt. Bei etwa 40 °C war alles geschmolzen, und das ganze Haus duftete herrlich. Im nächsten Schritt wird die Schokolade abgekühlt. Ich nehme dafür die traditionelle Methode mit einer Steinplatte: etwa 2/3 der Schokolade daraufgießen und mit einem Teigschaber hin und her bewegen, bis sie 27 °C erreicht hat. An diesem Punkt bilden sich die richtigen Kristalle. Im letzten Schritt wird die ganze Schokolade wieder zusammengemischt, auch hier sind die Temperaturen wichtig – für meine Schokolade habe ich 29 °C bis 30 °C angepeilt. In diesem Schritt schmelzen die unerwünschten Kristallformen, die sich zu bilden beginnen, und übrig bleibt perfekt temperierte Schokolade. Wird sie zu heiß, müsste ich von vorn anfangen, ist sie zu kühl, bringt sie ein ganz kurzer Stoß in der Mikrowelle wieder hoch. Ich habe 29,7 °C getroffen – perfekt.

5. Schokoladenüberzug.

Riesiger Crunchie, photo 8 of 10

Zuerst habe ich das Wabenkaramell umgedreht und eine Schicht auf die Unterseite gegeben, dann wieder zurückgedreht und oben eine ordentliche Schicht Schokolade darübergegossen. Sie lief an den Seiten herunter, also habe ich etwas nachgeholfen und alles gut überzogen. Zum Schluss habe ich einen Bogen Backpapier rundherum um den Rand geklebt – so bekam ich eine schöne glatte Oberfläche, und die Schokolade lief nicht herunter, bevor sie fest war.

Temperierte Schokolade braucht nicht lange zum Festwerden, also zog sie schon nach ein paar Minuten an. Statt zu riskieren, das Papier abzuziehen, bevor die Schokolade richtig fest war, bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe eine Stunde gewartet, bevor ich das Papier entfernt habe.

6. Verpacken.

Riesiger Crunchie, photo 9 of 10

Riesiger Crunchie, photo 10 of 10

Der letzte Schritt …

Ich habe das Logo sorgfältig an der Oberseite des Riegels ausgerichtet und dann ganz im Stil von Blue Peter (britische Kinder-Bastelsendung) das Zellophan mit doppelseitigem Klebeband verschlossen. Noch ein paar Fotos, und alles ist fertig!

Das fertige Produkt wiegt genau 2 kg. Sollte perfekt für einen gesunden Nachmittagssnack sein.

Kosten:
Zucker – 1,64 £
Honig – 2,69 £
Natron – 0,85 £
Schokolade – ca. 6 £

Ähnliche Kreationen