„Flattenburg 2.0“
Ein flacher, extragroßer Battenberg-Kuchen
So, mit dieser bescheidenen Gabe trete ich nun durch die heilige Pforte der Riesen-Snack-Kunst – der Flattenburg 2.0.
Ich lese schon seit Jahren heimlich auf PimpthatSnack mit und habe meine XXL-Karriere erst kürzlich begonnen – mit einem Mega-Jaffoid für jemanden aus meinem Freundeskreis mit einer ernsten Jaffa-Cake-Sucht. Das lief wie geschmiert, aber ich war so sehr mit dem Monster beschäftigt, dass ich keine Zeit für Fotos hatte. Diesmal, so schwor ich mir, sollte es anders werden – jawohl, ich würde die XXL-Genese des Flattenburg fotografieren.
Zuerst muss ich mal was zu den neueren Riesen-Snacks loswerden – so viel Ehrfurcht ich auch vor Werken wie dem Creme de la Creme Egg empfinde – die Ausdauer und Liebe zum Detail lassen meine Kinnlade herunterklappen und hauen mich restlos aus den Socken –, spüre ich doch tief in mir eine Sehnsucht nach den Riesen-Snacks der alten Schule, nach Köstlichkeiten wie dem Burberry Curly Wurly und dem Fabergé Creme Egg – als Riesen-Snacks noch Riesen-Snacks waren und es nicht auf die Größe ankam, sondern darauf, was man damit anstellt.
Solcherlei schwirrte mir im Kopf herum, als ich überlegte, wie man einen Battenburg am besten in XXL nachbaut. Ich hatte frühere Versuche gesehen und fand, dass sie noch Feinschliff vertragen konnten – Godzilla wäre von seinem Stück sicher entzückt, aber was, wenn er einen Freund mitbringt? Ein ganzer Kuchen musste her, fand ich, und außerdem eine andere Präsentation.
Also, meine Damen, Riesen-Snack-Fans und Herren, ich präsentiere: den Flattenburg 2.0
Zutaten:
Gesamtausgaben 5,94 £ plus vier Eier aus dem Kühlschrank, feiner Zucker, rote Lebensmittelfarbe, Backpulver und Mandelaroma aus dem Backschrank – vermutliche Gesamtkosten etwa 7,00 £.
Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, der Länge nach Geleesteinchen einzulassen, ihn mit LEDs von unten zu beleuchten oder sogar mit Marmelade und bunten Streuseln den Namen der Beschenkten obendrauf zu schablonieren, aber als ich diese Ideen meinem Beraterstab vorlegte, wurden sie energisch abgeschmettert, immer mit demselben Refrain: „Aber dann wär’s ja kein Battenburg mehr.“ Also. Die Herausforderung: etwas eindeutig Battenburgiges zu erschaffen, mit einem aufgemotzten Twist für eine geschmeidigere, polierte Fahrt.
Erstens – ein Rezept. Alle Ehre gebührt der Website „The Foody“ (www.thefoody.com), die mir ein Grundrezept für Battenburg geliefert hat. Darin kam allerdings „gemahlener Reis“ vor, der mir noch nie begegnet ist, also habe ich die Menge durch gemahlene Mandeln ersetzt, was gut funktioniert hat.
Zweitens – Ziele. Battenburgs kommen mir immer ein kleines bisschen zu klein vor, also: Größer. Außerdem kippen sie leicht um. Ich will etwas mit tieferem Schwerpunkt für bessere Kurvenlage und ein schnittiges Profil, um den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten. Außerdem will ich etwas, bei dem kein Zweifel besteht, wie herum es serviert wird – diese übermäßig symmetrischen Kuchen beherrschen den Markt. Geschmack, immer wichtig: Er muss nach Battenburg schmecken. Also drei Kriterien zur Untermauerung der Obersten Direktive = muss ein Battenburg sein.
Licht – Kamera – Action! Zutaten in eine Schüssel kippen und verrühren. Ich habe die Mengen verdoppelt, damit der Kuchen schön groß wird. Er muss schließlich das Personal eines Theaters satt machen, und die essen alle Kuchen in rauen Mengen.
Dieses Foto ist ziemlich spät entstanden, aber du siehst einen hübschen kleinen Teigschaber, den ich extra gekauft habe, damit ich leichter essen kann, was ich mit dem Löffel nicht aus der Schüssel kriege. Lecker. Und ab in zwei Schalen. Laut Rezept sollte man alles in einer backen, aber ich dachte, das gibt eine Sauerei, also habe ich zwei genommen. Außerdem hatte ich zwei Schalen, warum also nicht? Teig aufteilen, erst den gelben rein, dann den Rest färben und in die nächste Schale klatschen.
Alles glattstreichen und sich fragen, ob man die Mengen vielleicht hätte verdreifachen sollen. Na ja, jetzt ist es zu spät. Ofen? Vorgeheizt. Xbox an, Spielstand geladen, und ich habe vierzig Minuten, um so viele Banditen wie möglich umzulegen.
Wie sich herausstellt, ziemlich viele.
Nichts kann die schiere Sorge ausdrücken, die dieser Anblick in mir auslöste. Hatte ich rote Lebensmittelfarbe reingetan? Ja. Also WARUM IST MEIN KUCHEN NICHT ROSA? Siehst du einen Unterschied? Ich auch nicht, nicht mal kopfüber. Ich wusste auch nicht mehr, welche Masse ich in welche Form gefüllt hatte…. Es folgen fünfzehn Minuten nervöses Banditenkillen, während ich darauf warte, dass die Kuchen so weit abkühlen, dass ich mit der OP beginnen kann.
OK, der Kuchen ist innen also blassrosa. Bei der Menge roter Lebensmittelfarbe, die ich reingekippt habe, werde ich das Gefühl nicht los, dass man mich übers Ohr gehauen hat, aber hey, das Fläschchen kostet etwa 38 Pence, nächstes Mal nehme ich einfach mehr. Es ist rosa genug, um die Idee rüberzubringen, und es schmeckt gut.
Wie ich feststelle, als ich die beim Zurechtschneiden abgefallenen Reste teste…
Die Grundstruktur passt, auch wenn mich offenbar ein altes Problem wieder einholt. Meine Kuchen wollen einfach nicht aufgehen – Backimpotenz. Meine Verlobte sagt, das sei nicht schlimm, aber mir ist es nicht egal. Sie schlägt vor, einen Schneebesen zu benutzen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich mich besser fühle, wenn ich auf mechanische Hilfsmittel angewiesen bin. Na ja, ich wollte sowieso ein flacheres Profil.
Die Marmelade kommt auf den Herd, damit sie flüssig wird. Ich hatte die Wahl zwischen Aprikosenmarmelade mit Stückchen und einer ohne und habe mich für die mit Stückchen entschieden, um dem Kuchen eine Fruchtigkeit zu verleihen, die man bei einem normalen Battenburg vielleicht nicht findet – sie riecht gut, erweist sich aber beim Auftragen mit dem Backpinsel als echte Qual.
Das Einmarmeladieren klappt aber einigermaßen gut: erst, um die rosa/gelben Schichten zusammenzuklatschen, und dann, um die drei Doppelstreifen nebeneinander zu kleben.
Das erinnert mich an die riesige Angel Slice (ein britischer Schichtkuchen), die ich schon lange bewundere. Vielleicht ein zukünftiges Projekt…
Ich habe inzwischen komplett den Überblick verloren, welche Zeitformen ich benutze, also los geht’s. Ich baue das kuchige Fundament des Flattenburg und wende mich der zuckrig-nussigen, pastösen Außenschicht zu. Nudelholz und bemehltes Schneidebrett – und ich lege los. Ein paar Minuten läuft alles gut.
Das runde Schneidebrett ist nur zum Transportieren da, doch als ich es vom Arbeitsbrett nehmen will, spüre ich die Marzipein…
Aargh! Runzeln und Risse tauchen auf und beweisen, dass meine Ausroll-’leetness nicht so stark ist wie mein Kung-Fu. Doch dann kommt mir ein gerissener Plan. Er ist nicht ganz so gerissen wie ein großer Sack voller gerissener Dinge, aber fast, und beinahe so gerissen wie ein Fuchs mit einem Abschluss in Gerissenheit. Ich kann den Kuchen kopfüber auf den guten Teil drehen und die Falten auf die Unterseite verlegen, wo die Leute sie erst sehen, wenn es zu spät ist. [Einsatz: fieses Lachen]
Ein paar Abnäher, Einschläge und wohlüberlegte Einsätze des abgeschnittenen Marzis, und ich bin da – na ja, hier, mit einem fertigen Produkt, das nicht ganz so glatt und schwungvoll aussieht, wie ich es mir erträumt hatte, aber definitiv mehr als essbar.
Ein wohlüberlegtes Umdrehen später und…
Das Rosa sieht sogar noch battenburgiger aus, wenn es zusammen mit dem Gelb und dem Marzi eingewickelt ist.
Für die reine Statistik hier ein Größenfoto.
20 Zentimeter lang, gute sechs oder sieben Zentimeter länger als die Battenburgs von Asda, selbst wenn es sie im Angebot mit 40% gratis extra gibt.
Also – ein Riesen-Snack vollendet, eine Geschichte erzählt und morgen hoffentlich eine ordentliche Runde Kuchenessen, statt irgendwas zu arbeiten.
Alles Gute zum Geburtstag, Soph!
Riesen-Snack gewidmet der fleißigen Inspizientin (DSM) Sophie Acreman.