„SPLICED SPICE TURNTABLE TERRORISM“
Ein Süßigkeiten-Mashup in Form eines Plattenspielers
Wer öfter im Forum unterwegs ist, weiß, dass ich total besessen bin von ‚Mash-ups‘, oder wie man sie manchmal nennt: Bootlegs oder Booties – falls jemand von euch nicht weiß, wovon ich rede: Das sind Tracks, die aus zwei (oder mehr) verschiedenen Tracks zusammengeschnitten werden. Ein gutes Beispiel ist der aktuelle Track Pink Floyd vs. Eric Prydz, und diese Woche ist außerdem ein Album mit ein paar anderen guten Mixes rausgekommen. Mein absoluter Lieblings-DJ ist Party Ben, dessen genialer Track Veruca Salt vs. Pussycat Dolls gerade der meistgespielte Mash-up auf meinem last.fm ist. Schau mal auf www.bootiela.com vorbei, da kannst du einige der besten Sachen überhaupt kostenlos runterladen
Jedenfalls … ich hab beschlossen, auf die gleiche Art ein paar Snacks zu mashen und einen Bootleg-Snack zu bauen. Um zu entscheiden, was reinkommt, hab ich alle im Forum abstimmen lassen und dann die mit den meisten Stimmen zusammengeschnitten.
Auf den ersten drei Plätzen landeten die weiße Schoki Milky Bar, die gezuckerten Fruchtgummis Fruit Pastilles und Mars. Kit Kat hatte genauso viele Stimmen, also dachte ich, mit ein paar Waffeln wäre der auch mit drin. Einzeln klingt das alles lecker, zusammen aber widerlich. Dafür brauchte es eindeutig einiges an Können. Wie schade, dass ausgerechnet ich es gemacht habe.
Übrigens, falls du nicht aus Yorkshire kommst: Süßigkeiten heißen bei uns hier oben „spice“, was sich praktischerweise auf „splice“ – zusammenschneiden – reimt.

Zutaten
2 Tüten Fruit Pastilles
12 Tafeln billige weiße Schokolade à 100 g, 4 Milky Bar à 150 g (musste für den Riesen-Snack extra noch zum Co-op-Supermarkt flitzen)
4 Packungen Askeys-Waffeln (obwohl ich nur eine Packung gebraucht hab)
1 Tüte Mars-Riegel in Minigröße
etwas fertiger Zuckerguss aus der Quetschtube (als Kleber)
Kosten – den Kassenbon hab ich verschlampt, aber ich schätze so um die 12 £
1. Zuallererst müssen wir entscheiden, wie wir das Ganze zusammenmixen. Ich hab beschlossen, die Fruit Pastilles als Deko zu nehmen, statt sie unterzumischen. Von hinten her gedacht hab ich mich für einen Plattenspieler entschieden, und damit stand auch die Form des Riesen-Snacks fest.
2. Eine quadratische Form mit Alufolie auslegen. Diesen Schritt lässt man normalerweise weg, was heißt, dass man hinterher meistens alles unter Lebensgefahr rausmeißeln muss. Dadurch würde die Oberseite zwar nicht perfekt glatt werden, aber da sie eh mit Fruit Pastilles bedeckt werden sollte – war das denn wichtig? Na ja, da ich zwanghaft veranlagt bin, ist es mir schon durch den Kopf gegangen …
3. Die weiße Schokolade nach der patentierten Methode schmelzen und den Boden der Form damit auskleiden. Das gibt eine schöne feste Grundlage für den Anfang.

4. Als das etwas fester geworden war, hab ich Waffeln draufgelegt, um mit dem Innenleben anzufangen. Waffeln und Mars-Riegel im Wechsel zu schichten, schien mir eine super Methode, sowohl die Idee von Kit Kat als auch die von Mars einzubauen.

5. Dann musste eine wichtige Entscheidung getroffen werden. Sollten die Mars-Riegel geschmolzen werden oder ganz bleiben? Damit du deine eigenen Mars-Entscheidungen besser treffen kannst, solltest du vielleicht eine wenig bekannte Tatsache über Mars-Riegel kennen: Sie explodieren in der Mikrowelle. So sahen sie nach dem Schmelzen aus. Ich war schwer enttäuscht.

6. Für die nächste Schicht hab ich die Mars-Riegel der Länge nach halbiert und oben draufgelegt. Wer Adleraugen hat, bemerkt vielleicht, dass die Mars-Riegel perfekt ausgerichtet sind und immer abwechselnd Unter- und Oberseite zeigen. Zwangsstörungen sind beim Bau von Riesen-Snacks nicht besonders hilfreich, denn das ist ganz sicher keine exakte Wissenschaft …

7. Bei diesem Teil der Riesen-Snack-Aktion war zum allerersten Mal jemand anderes mit im Raum. Cakey aus meinem Freundeskreis war total baff, dass ich die schokoverschmierte Schüssel, nachdem ich die Schokolade geschmolzen und oben drüber und an den Seiten entlang gegossen hatte, direkt in ein Spülbecken voller Seifenwasser gestellt habe.

8. Nachdem es über Nacht fest geworden war, hab ich es aus der Form gestürzt. Zum Glück ging die Folie von der Form ab, aber die Folie ging nicht von der Schokolade ab. Scheiß drauf. Ich hab das Ding mit dem ganzen Dekozeug nach unten geschleppt und Smirnoff Ice getrunken, bis es ein bisschen angeschmolzen war. Wie du auf dem Bild siehst, hab ich die Folie irgendwann abgekriegt, aber die Oberseite war, wie befürchtet, etwas zerknittert. Sieht aus wie eine Tischdecke, oder?



9. Guck dir das mal an! Mit fertigem Zuckerguss hab ich Fruit Pastilles oben draufgeklebt, bis es das perfekte Abbild eines Plattenspielers war. Erkennst du die Platte, den Tonarm und die 3 Knöpfe? Nein. Ich glaube, da liegst du falsch.


10. Das Anschneiden war echt harte Arbeit. Die geschmolzenen Mars-Riegel waren wieder ungefähr so hart wie Diamanten geworden. Die, die ich nicht geschmolzen hatte, waren zwischen den Waffeln sogar richtig lecker, und auch wenn ein Bissen mit ein bisschen von allem tatsächlich widerlich WAR, schmeckte alles einzeln trotzdem lecker.