Pimp That Snack
Sprache: Deutsch

Scotch Egg 2

Ein riesiges schottisches Ei aus zwölf Eiern und Wurstbrät

Zutaten

12 große Eier (aus Freilandhaltung)
2 Packungen Paniermehl (200 g)
1,5 kg Wurstbrät (mmmmm, Wurstbrät)
1 Scotch Egg zum Vergleich

Gesamtkosten – 9,53 £

Geschätzte Kalorien – 5000

Die Geschichte

Also, ich hab leider eine Schwäche für die eher obskuren Websites dieser Welt. Neulich hab ich einem Kumpel von einer total sinnlosen Website erzählt, und er konterte mit pimpmysnack.com. Sofort süchtig, hab ich umgehend meine Freunde informiert, in diversen Foren gepostet und … es meiner Frau erzählt.

Nun ist meine Frau ein kleiner Koch-Freak, und es half nicht gerade, dass ihre genauso verrückte Freundin sie auch noch angeEIfert hat (sorry). Ich selbst bin eher fürs Verzehren als fürs Bauen zuständig, aber ich hatte in der Vergangenheit meine Liebe zu Fleisch erwähnt, und so war ein riesiges Scotch Egg geboren.

Abb. 1: Die Zutaten:

Scotch Egg 2: fig ingredients

Was die Methode angeht … ein Straußenei wurde ins Spiel gebracht, aber das war EInfach (ich hör schon auf) EIne Nummer zu teuer (nein, wirklich, das war der letzte). Also beschlossen die verrückten Frauen (ich finde, eine faire Beschreibung), das Ei selbst zu machen, indem sie viele Eier zu einem einzigen Riesenei zusammenfügen.

Dazu mussten Eiweiß und Eigelb getrennt und dann irgendwie (als ob sie einen Plan gehabt hätten – sie haben einfach drauflos improvisiert) zu einem Super-Ei vereint werden.

Scotch Egg 2: fig separated eggs

Ok, jetzt wird die Geschichte ein bisschen kompliziert (meine Vorstellung davon ist etwas lückenhaft, weil mein Kumpel und ich uns ein bisschen gelangweilt und angefangen haben, Xbox360 zu spielen), aber nach Befragung der Hauptbeteiligten glaube ich, dass sie Folgendes gemacht haben ….

1. Zwei gleich große Plastikschüsseln besorgt
2. Sie in Töpfe voll kochendem Wasser gestellt und die Innenseiten bis zu der Tiefe, wo das Eigelb hinkommen sollte, mit Eiweiß überzogen und es dabei mit einer Grillzange in Bewegung gehalten (nicht dass man Frauen mit so was hantieren lassen sollte)

Abb. 3: Das Ei entsteht:

Scotch Egg 2: fig making the egg

3. Dann ein Marmeladenglas hineingestellt, um eine Mulde fürs Eigelb zu formen
4. Danach den Raum rund ums Glas mit noch mehr Eiweiß aufgefüllt.

Abb. 4: Wahllose Glas-Experimente

Scotch Egg 2: fig random jar endeavors

Ok, ich hab also nur halb aufgepasst, und das ist alles sehr clever (unterschätze nie den Einfallsreichtum von Frauen mit einer Mission). Also blieb nur noch …

5. Das Glas herausnehmen (ach übrigens, die waren eingefettet und mit kochendem Wasser gefüllt (anscheinend ist das wichtig)) und das Eigelb in das eigelbförmige Loch geben.
6. Den ganzen Krempel in die Mikrowelle.
7. Währenddessen das Wurstbrät zu einer Pizzaform ausrollen (mir fällt gerade auf, dass das hier verdammt nach Rezept klingt, und ich bin sicher, dass keiner von euch verrückt genug ist, das tatsächlich nachmachen zu wollen) sorry … weiter im Programm.
8. Ok, das Ei besteht jetzt aus zwei Hälften und muss zusammengeklebt werden mit …. Schwerkraft (seufz). Ich glaube, da ginge noch was: Cocktailspieße, Marmite, Kaugummi, alles wäre recht gewesen (vielleicht krieg ich Ärger, wenn sie das lesen).

Abb. 5: Das Ei:

Scotch Egg 2: fig the egg

Ok, jetzt kommt das Gemetzel. Das Ei in das Wurstbrät einrollen, ein Vorgang, der mir nur als klebrig beschrieben wurde … Wie reizend. Dann haben die Frauen das Ei aus irgendeinem Grund in Alufolie gewickelt (damit es die Form behält, brüllen sie gerade aus dem Hintergrund … hmmm, vielleicht ist kreischen das bessere Wort) äh … sorry, ich schweife ab, und sie haben:

9. Es bebröselt (ob’s das Wort überhaupt gibt, sei dahingestellt, aber genau das haben sie gemacht). Ich kann es nur so beschreiben, als würde man einen Riesenlutscher auf einen Boden voller Schuppen fallen lassen. (Aufmerksamen Leuten fällt vielleicht auf, dass das vor der Alufolie passiert ist) Alles rundum panieren und …

Abb. 6: Bebröselt

Scotch Egg 2: fig crumbed

10. In eine große Pyrex-Schüssel geben und 30 Minuten im Ofen backen (bei Gasstufe 7, was auch immer das ist), dann auf ein Backblech legen, damit es knusprig wird … hier ohne Folie. (Bei Gasstufe 9 – ich glaube, das ist ein bisschen so wie die Frage, warum man das Gewicht von Babys wissen muss).

Und simsalabim … nur zweieinhalb Stunden Zeit, eine Küche, die aussieht wie ein Bombenkrater, und ein ernsthafter Verlust an Selbstachtung, und schon hast du …. ein riesiges Scotch Egg. Insgesamt 10 Leute kamen, um es zu bestaunen … einer davon ging sogar in die Kirche, damit man ihn danach mitnehmen konnte, um es anzuschauen (Gottes Wege sind unergründlich und so).

Was mich angeht: Mein Kumpel und ich hatten den Auftrag, es zum richtigen Zeitpunkt aus dem Ofen zu holen und es NICHT ZU ESSEN. Arrggghhh! Versuch du mal, da mit ein paar Kilo wurstig-eiiger Köstlichkeit zu sitzen und nicht zuzulangen (mmm … zulangen).

Na, hier ist es in seiner ganzen Pracht:

Abb. 7: Das fertige Produkt:

Scotch Egg 2: fig the finished product

Und der obligatorische Querschnitt. (Das kleine ist ein Wachtelei):

Abb. 8: Querschnitt.

Scotch Egg 2: fig cross section

Da hast du’s also: das durchgeknallte Design verrückter Frauen, die vor eine Herausforderung gestellt wurden. Geschmack nicht schlecht, über die Hälfte war am selben Abend weg. Der Rest wird nach und nach an Freunde und Familie verteilt.

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