Riesige Mince Pie
Britisches Weihnachtsgebäck mit Trockenfrüchtefüllung in XXL
Um diese Jahreszeit laufen Riesen-Snacks zur Höchstform auf, bei so vielen festlichen Leckereien zur Auswahl. Umso überraschter war ich, dass noch niemand eine Mince Pie (britisches Weihnachtstörtchen mit würziger Trockenfrüchtefüllung) in Riesengröße nachgebaut hatte – eine echte Schande. Um dieses Desaster zu beheben, haben Duncan und ich es uns zur Aufgabe gemacht, diese festliche Leckerei als XXL-Version zu bauen, als Beschäftigung in den Weihnachtsferien, bevor es zurück an die Uni ging.
Nach viel gründlicher Recherche (sprich: Google) und Geschmackstests haben wir festgelegt, was die ultimativen Zutaten für eine Mince Pie sind. Leider sind wir abgebrannte Studenten, also haben wir am Ende den Blätterteig aus meinem Gefrierschrank genommen und Mincemeat-Füllung aus der Tesco-Billiglinie gekauft, dazu noch etwas mehr Blätterteig (nur für den Fall, dass wir mehr brauchen). Falls du es dir nicht schon gedacht hast, hier die Zutaten.
2 kg Blätterteig (im ultimativen Mince-Pie-Rezept nimmt man Mürbeteig – wenn du Kohle hast, probier den)
12 Gläser Mincemeat aus der Tesco-Billiglinie (etwa 400 g pro Glas)

Lasst die Riesen-Snack-Action beginnen. Als Erstes musste der Teig ausgerollt werden, und zwar mit…..einem Nudelholz – wie du siehst, setzen wir auf die neuesten technologischen Durchbrüche im Bereich Rollgeräte.

Hier stießen wir auf unser erstes Problem – den Teig zusammenzubekommen. Unsere Lösung war ziemlich simpel: Wir haben einfach alle Teigklumpen ausgerollt, aufeinandergelegt und umgeklappt und dann das Ganze noch mal ausgerollt.
Wichtiger Hinweis: Vergiss nicht, etwas Teig für den Deckel der Mince Pie und für alle Verzierungen übrig zu lassen, die du draufmachen willst. Wir haben das nicht gemacht und mussten unsere ganze harte Arbeit wieder rückgängig machen.
Jetzt, wo das langweilige Ausrollen erledigt ist, wird es Zeit, dass die Mince Pie Gestalt annimmt. Wir wollten unsere Mince Pie ganz klassisch in einem Alu-Förmchen (wie bei Mr Kipling’s), also haben wir eine Schüssel genommen und rundherum mit Alufolie ausgelegt, mit einem kleinen Rand oben, damit die fertige Mince Pie professionell aussieht. Jetzt die Folie mit Butter oder Schmalz (wenn du magst) einfetten, damit später nichts kleben bleibt. Den Teig, der die Schale der Pie werden soll, in die Schüssel legen und in Mince-Pie-Form bringen.

Jetzt das Mincemeat auf den Boden geben. Eventuell brauchst du einen Löffel.

Jetzt muss der Deckel auf die Mince Pie. Du hast doch daran gedacht, etwas Teig für oben übrig zu lassen? Falls nicht, musst du mehr Teig kaufen – viel Glück dabei, am ersten Weihnachtsfeiertag einen offenen Laden zu finden. Den Teig zu einem Kreis ausrollen, der etwas größer ist als die Schüssel, auf die Pie legen und verschließen.
An diesem Punkt wurde uns ein bisschen langweilig, also haben wir beschlossen, ein paar Verzierungen aus Teig auszuschneiden und oben auf die Mince Pie zu legen.

Vergiss nicht, ein paar Schlitze in den Deckel zu schneiden, damit die Luft entweichen kann und die Pie nicht explodiert oder so. Du kannst gern Zucker oder irgendwas anderes zum Drüberstreuen auf die Pie geben, damit sie schön goldbraun wird – wir haben Zimt genommen, weil ja Weihnachtszeit ist.
Die Mince Pie ist jetzt bereit zum Backen. Bei den Temperaturen bin ich mir nicht sicher, weil wir zu Hause einen Aga (einen gusseisernen Dauerbrand-Herd) haben. Nach meiner fachkundigen Meinung würde ich sagen, dass 200 °C als Temperatur ungefähr hinkommen. Was die Zeit angeht, würde ich sagen: immer wieder nachsehen, bis der Deckel richtig knusprig ist.

Ich hoffe, du hast an dieser Stelle nicht denselben Fehler gemacht wie wir und das Ganze in einer Porzellanschüssel gemacht. Die können anscheinend explodieren, wenn sie extremer Hitze ausgesetzt werden, also haben wir unsere Mince Pie ganz unten in den Aga geschoben, damit sie über Nacht langsam gart. Wenn du schlau genug warst, richtiges Backzubehör zu benutzen, kannst du sie gern bei hoher Hitze reinschieben und schauen, was passiert.

Nach etlichen Stunden Backzeit (so um die 12) war die Mince Pie endlich fertig, und was für eine Mince Pie das war.

Die Pie aus der Schüssel zu holen, erwies sich als schwierig, hauptsächlich weil sie ihr eigenes Gewicht nicht tragen kann (6 kg Füllung in einer Blätterteighülle – was hatten wir denn erwartet?). Diese kleine Schwierigkeit haben wir einfach ignoriert und weitergemacht.

Sie schmeckt super, und die Füllung war saumäßig heiß. Für alle, die es wissen wollen: Die Mince Pie wiegt etwa 7 kg und hat 23830 Kalorien. Guten Appetit und frohe Weihnachten.
