„Wagon Wheel 2“
Ein riesiges Wagon Wheel aus Keksteig, Marshmallow und Schokolade
Alles begann am Abend des 25. August 2006. Sieben Freunde trafen sich an einem nicht ganz so geheimen Ort in den nördlichen Gefilden von Southport, England. Unsere Aufgabe: zwei Teams bilden, die über verschiedene Supermärkte herfallen und sich einen Riesen-Snack ausdenken sollten.
Team A, bestehend aus vier Leuten, entschied sich für ein Heftiges Hip-Hop-Haribo-Herz heiterer Hölle (H7) und machte sich auf den Weg zu Asda. Team B, bestehend aus drei Leuten, stürmte mit weniger Plan als eine Herde Zombie-Gnus zur Tür hinaus. Mehrere Ideen wurden in den Raum geworfen, darunter ein riesiger Cocktailspieß, als wir an einem Gartencenter vorbeikamen. Sobald feststand, dass Zucker im Spiel sein musste, einigten wir uns auf das Wahnsinnig Wilde, Wirbelnde Wagon Wheel Wunderlichen Wohlstands (kurz W7)*.
W7-Zutaten:
400 g ach so komisch benannte Margarine
700 g stinknormaler feiner Zucker
1 kg Tescos billigstes Mehl mit Backtriebmittel
2 Tüten Haribo Mallow Mania (kann durch echte weiße Marshmallows ersetzt werden, die wir aber nicht finden konnten)
Etwas Marmelade.
6 Eier
4 Tafeln schokoladige Köstlichkeit

Kosten ca.: 5,50 £, und es blieb sogar noch was übrig.
W7-Rezept:
Flexibel. Die Zutaten wurden nach einem ganz normalen Keksrezept aus einem Buch im Regal gekauft … das wir uns nicht abgeschrieben hatten. Die Mischung begann dann nach dem nächstbesten Rezept in dem Buch, das wir gerade zur Hand hatten, irgendwas mit Käsekeksen (den Käse haben wir natürlich weggelassen). Die Margarine und ein Teil des Zuckers wurden von Hand verrührt, weil die böse Herrin des Hauses uns den elektrischen Mixer verweigerte. Dafür hatten wir aber Unterstützung per Videokonferenz von Billy Connolly**
Die Riesen-Snack-Köche auf diesem Foto sind ich (Colin) im T-Shirt, das eine Beleidigung fürs Auge ist, und Mark, der leicht besorgt dreinschaut. Unser dritter Koch taucht auf keinem der eigentlichen Fotos auf, also bekommt er ein eigenes. Was er mit der Schüssel und dem Papier vorhatte, war uns nicht ganz klar, aber wir können erfreut berichten, dass niemand darunter leiden musste.
Klugscheißerische Zurufe vom Küchenrand brachten uns bald auf ein anderes Rezept, bei dem die Eier und etwas Mehl dazukamen. Die Masse wurde schnell zu zäh für den Handquirl, und so konnte es der tapfere Sir Nicholas kaum erwarten, seine Hände in die feuchte Pampe zu stecken.

Die Masse wurde mit mehr Zucker und Mehl aufgestockt, bis sie wie ein richtiger Teig aussah. Dann wurde sie halbiert und jede Hälfte auf einem eigenen, mit Backpapier ausgelegten Pizzablech flachgedrückt. Die brauchten dann 40-50 Minuten im Ofen, wobei wir sie ein paarmal getauscht haben, damit nicht ständig das eine oben verbrennt.

Et voilà, abkühlen lassen.

Leider hat sich die Person hinter der Kamera offenbar ein paar Minuten gegönnt, um sich an anderen Leckereien zu vergnügen. Vom nächsten Schritt haben wir keine Beweise, jedenfalls haben wir Marmelade auf einen der Kekse gestrichen. Die Marshmallows wurden auf dem Herd in Glasschüsseln geschmolzen, die in Töpfen mit Wasser standen, damit nichts anbrennt. Das dauerte ziemlich lange, und wir stellten fest, dass die zwei Tüten eigentlich mehr als genug waren. Zu diesem Zeitpunkt wurden jede Menge Marshmallows gemopst, weil unser Gastgeber einen Schokofondue-Brunnen anwarf. Außerdem hätte jeder, der das Haus betrat, allein vom Einatmen einen Zuckerschock bekommen.
*Name zum Zeitpunkt des Schreibens noch nicht von allen Köchen abgesegnet
**Komplett und glatt gelogen
Die beiden Kekse wurden aufeinandergesetzt und die Schokolade in die Mikrowelle gejagt, weil es auf die gleiche Art wie bei den Marshmallows ewig länger gedauert hätte, als wir Bock hatten …


An diesem Punkt mussten sich einige verabschieden, weil sie am nächsten Tag arbeiten mussten, und das W7 durfte fest werden. Am nächsten Tag wurde es fertiggestellt, und eine Mission begann, um ein Vergleichsprodukt aufzutreiben. Leider konnten wir nur Schoko-Wagon-Wheels finden, aber die tun’s auch, und wir finden den Aufdruck „SIZE MATTERS“ auf der Verpackung ziemlich passend.

Für noch mehr Größenvergleich: Das hier ist eine ganz normale Felge für den klassischen Mini (10*5 Mamba, falls es jemanden interessiert).

Der Beweis, dass das ein Keks ist – kein Kuchen

Fertig! Das ist ein ordentlich wuchtiges Wagon Wheel, das einen passenden Namen verdient. Es schmeckte tatsächlich auch ziemlich genau wie ein Wagon Wheel.

Passt, wackelt und hat Luft