„Ten Tonneocks Teacake“
Ein riesiger Tunnock’s Teacake, eine Art schottischer Schokokuss
An einem kalten, einsamen Sonntag beschlossen wir, einen Snack in Riesengröße nachzubauen …….
Aber welchen, fragten wir uns? Auf der Suche nach einer Antwort trabten wir los ins
Supermarkt-Reich von Morrisons, Gang 16: KEKSE. Nachdem wir die Aussicht auf all
die Kekse ehrlich gesagt ziemlich unspektakulär fanden, stießen wir auf den einzig
wahren Tunnocks Teacake, den schottischen Schokokuss auf Keksboden, und schworen, etwas Größeres, Besseres und in Sachen
Überzuckerung Lebensgefährlicheres zu erschaffen … den „Ten Tonneocks Teacake“!!!
Da wir nicht die geringste Ahnung hatten, wie man Marshmallow macht, und nur rudimentäre
Kenntnisse im Keksbacken, riefen wir die Kavallerie zu Hilfe (unsere Mütter).
Ruck, zuck hatten wir alle nötigen Zutaten auf die Rückseite
unserer vor Aufregung verschwitzten Hände gekritzelt und einen Einkaufskorb mit mehr Fett und
Kalorien gefüllt, als selbst Atkins erlaubt hätte.
Das haben wir gekauft:

Das Marshmallow-Rezept verlangte nach Maissirup, anscheinend ein amerikanisches
Phänomen, und da wir keinen finden konnten, kauften wir stattdessen Glukosesirup
und drückten uns die Daumen.

Als Erstes bliesen wir einen Luftballon auf, stellten ihn in ein Pint-Glas und wickelten ihn
in Frischhaltefolie ein – als Form für unsere Schokokuppel. Dann stellten wir das Ganze
dank unseres erstaunlichen naturwissenschaftlichen Wissens erst mal ohne die
Schokolade in den Kühlschrank, damit die warme Luft im Ballon kondensieren kann und die Kuppel
später nicht reißt. Sind wir nicht schlau!?
Während der Ballon abkühlte, legten wir mit unserem Keksboden los. Werfen wir mal einen
Blick darauf:

Nach dem Kneten und Ausrollen suchten wir uns eine Obstbodenform in passender
Größe und schnitten den Teig zurecht …

… und schoben ihn dann bei Gasstufe 5 in den Ofen, bis er goldbraun und
zufriedenstellend knusprig war. Alle zwei Minuten mit einem Messer reinzupieken, um zu sehen,
wie es läuft, ist nicht unbedingt nötig, aber wir haben’s trotzdem gemacht!!
Während der Keks backte, machten wir uns ans Schmelzen der Schokolade. Wir hatten 800 g
insgesamt, dachten aber, dass es am besten wird, wenn wir sie schichtweise über den Ballon
streichen. Also fingen wir mit drei Tafeln an, macht 300 g. Wir schmolzen
die Schokolade in einer Glasschüssel über einem Topf mit kochendem Wasser
und rührten sie dabei mit einem Kochlöffel um.

Dann strichen wir, Teigschaber in der Hand, die wunderschöne geschmolzene Schokolade über unsere
Form und kicherten wie die Irren, als unser Baby tatsächlich Gestalt annahm.

Danach kam die Form zum Festwerden zurück in den Kühlschrank.
Dann war es Zeit für den schwierigsten Teil unseres Riesen-Snacks. Das
Marshmallow …

Laut Rezept musste Zucker auf hautablösende Temperaturen von über
200 Grad gekocht werden. Ehrlich gesagt hatten wir eine Heidenangst. Wir entschieden uns, uns doch
keine paar Wodkas einzuschenken, und machten uns an die Arbeit …
Wir schnitten unsere 12 Blatt Gelatine in kleine Streifen. Wir gaben pro Blatt eine Tasse
Wasser dazu und ließen das Ganze dann zehn Minuten stehen, während die Gelatine
‚aufquoll‘. Dann nahmen wir einen großen Topf und gaben zwei Tassen feinen Zucker,
eine Tasse Wasser und eine ordentliche Portion Glukosesirup hinein. Wieder mit gedrückten
Daumen drehten wir die Hitze hoch, bis die Mischung wie wild blubberte,
wie ein Vulkan. Das wurde dann in die Gelatinemischung gegossen, während wir
auf niedriger Stufe rührten, um Verletzungen/Tod zu vermeiden. Als uns klar wurde, dass wir
nicht ernsthaft Gefahr liefen, uns Verbrennungen dritten Grades und eine Fahrt im Krankenwagen einzuhandeln, gaben wir
einen Spritzer Vanillearoma dazu und drehten den Mixer auf volle Stufe, bis (wie durch
ein Wunder) unser Marshmallow dick und fluffig wurde. Dann stellten wir es
ans offene Fenster zum Abkühlen und Festwerden.
Danach trugen wir weitere 200 g Schokolade als glattere Schicht auf unsere Ballonform
auf und stellten sie zum Festwerden zurück in den Kühlschrank.
Als Marshmallow und Schokolade fertig waren, nahm das Monster langsam Gestalt an …

Den Ballon platzen zu lassen, war der Moment der Wahrheit für unser Unterfangen, und es klappte
überraschend gut – übrig blieb ein Fahrradhelm aus dicker Schokolade.
Den drehten wir um, füllten ihn mit Marshmallow und schnitten die
Ränder mit einem heißen Messer zurecht, damit der Keksboden passte. Dann stellten wir das
Biest auf den Kopf. Die restlichen 300 g Schokolade schmolzen wir und gossen sie
über unseren Teacake, damit er eine glattere Oberfläche bekam. Das Ganze kam
zum Aushärten zurück in den Kühlschrank.

Dann entfernten wir mit einem weiteren heißen Messer die überschüssige Schokolade an den Rändern.
Das ist dabei herausgekommen:

Jetzt zur Verpackung!!!
Benötigtes Material: Alufolie, roter Permanentmarker, Engelsgeduld.

Und hier ist das fertige Werk, verpackt und startklar neben seinem
vergleichsweise unterernährten Kumpel.

Und jetzt, meine Damen und Herren! Mit noch einem heißen Messer in der Hand: der Moment der
Wahrheit! Der Querschnitt!!!

Das fertige Werk brachte knapp 1,4 kg auf die Waage, hatte 23 cm Durchmesser,
war 17 cm hoch und schmeckte super … zumindest wenn du auf Zucker stehst … Als wir das
Ding mit zur Arbeit nahmen, sahen wir lauter strahlende Gesichter.
Alles in allem also ein ziemlich erfolgreiches erstes Riesen-Snack-Projekt!