Monster-Ferrero-Rocher
Ostern also. Ob man’s liebt oder hasst, eins lässt sich nicht leugnen: Es ist (selbst für Schokosüchtige) eine Zeit, in der einem, na ja, schlecht ist. Bei meinen ziemlich fetten Großeltern im Norden bekam ich eine ziemlich leckere Schachtel Ferrero Rocher. Am nächsten Tag, Montag, empfiehlt mir jemand, mir diese Seite mal anzuschauen. Cool, dachte ich, und überlegte verzweifelt, was ich in Riesengröße nachbauen könnte. Die eigentliche Inspiration kam aber am Dienstagmorgen, als ich meinem guten Freund Tom (und Nachbarn – was seine Nachteile hat, wenn ich das mal sagen darf) die Seite zeigte. Die Schachtel Ferrero Rocher lag unschuldig vor uns, und innerhalb von ein paar Minuten war beschlossen, dass wir ein riesiges FR machen (das ist SMS-Sprache, falls du’s nicht kennst). Gegen 11 Uhr vormittags machten wir uns auf zum Haus meines Kumpels Dan. Der Grund: Wir wollten nicht unsere eigenen Küchen so richtig schön versauen …
Nachdem wir eine Weile rumgegammelt hatten, zogen wir los zu Rusts, einem hübschen kleinen Supermarkt, in dem 75% der Waren Konserven für Rentner sind. Wir hatten es nicht wirklich durchdacht, also kauften wir, was wir zu brauchen glaubten, aber dank meiner unglaublichen Schätzkünste blieb nur ein bisschen übrig.

Wie du siehst, sehen die Zutaten fantastisch aus. Dass Haselnüsse und waffelartige Knusperdinger fehlten, konnte uns aber nicht abschrecken. Wir improvisierten mit Schokowaffeln und Paranüssen (die später zerstoßen wurden, damit das Ganze Ferrero-Rocher-mäßiger wird).
Wir fingen damit an, eine Tafel Schokolade 3 Minuten lang in der Mikrowelle zu schmelzen:

Zu diesem Schoko-Glibber kamen, wie du siehst, zerstoßene Paranüsse. Doch genau hier fingen unsere Probleme an. Unser Plan war, 2 Schüsseln mit nussigem Schoko-Glibber auszukleiden, diesen Glibber mit Waffeln auszulegen, in die Mitte Nüsse und Nutella-Glibber zu geben und dann beide Hälften zusammenzusetzen. Wir stellten es in den Kühlschrank, damit es fester wird, und merkten dann, dass wir das fertige Produkt nie wieder herausbekommen würden. Es wurde schnell wieder rausgeholt, und Backpapier kam hinein, wie man hier sieht:

Etwa 2 Sekunden später merkten wir, dass sich das so nicht richtig formen ließ, also wanderte es in eine mit Frischhaltefolie ausgelegte Schüssel. Du siehst, die Seiten sind grob mit Glibber bestrichen:

Es kam für 15 Minuten in den Kühlschrank, damit wir Pizza essen konnten (die lecker war). Als wir fertig waren, holten wir es raus, und es sah ziemlich fest aus. Dann legten wir es mit leckeren Orangen-Waffeldingern aus:

Ab hier wurde alles unkontrollierbar schmierig. Anderthalb Gläser Nutella kamen dazu, verdammt, ist das Zeug klebrig. Sah aber fantastisch aus, das lässt sich nicht leugnen.

Zeit für die andere Hälfte, hier wird sie gerade vorbereitet, bevor sie verkühlschrankt wird. Diesmal lief alles glatt, wir waren fantastisch in Form, aber später schlug die Katastrophe zu. Natürlich musst du weiterlesen, um diese unglaublichen Chroniken zu erfahren!

Während die fest wurde, schauten wir nach der ersten Hälfte. Wahllos Nüsse und übrig gebliebene Waffeln dazugegeben. Inzwischen sah diese Hälfte ungefähr so aus:

Insgesamt zufrieden stellten wir sie für später zurück in den Kühlschrank. Die zweite Hälfte, die inzwischen ziemlich fest war (dachten wir jedenfalls), wurde herausgeholt. Vielleicht waren wir zu ehrgeizig und ein bisschen töricht, aber der Schock war groß, als die Frischhaltefolie *anscheinend* bombenfest klebte und wir sie nicht abbekamen. Sie auf den Kopf zu drehen war allerdings, wie mir jetzt klar ist, die schlechteste Entscheidung aller Zeiten. Ein kleiner Klaps auf den Arsch, und der ganze verdammte Mist fiel flach aufs Gesicht. Hier werden die Überreste zurück in die jetzt total verhunzte zweite Hälfte gekratzt:

Ironischerweise war auch das ein guter Schachzug, denn die Frischhaltefolie hatte sich gelöst und konnte entfernt werden. Die ziemlich zermatschte Hälfte wurde mit der perfekten ersten Hälfte zusammengeklebt, mit übrig gebliebener geschmolzener Schokolade als Kleber …

Ja, wir wissen, dass es verschiedene Farben hat. Bedauerlicherweise hatten wir 2 Tafeln Vollmilch- und 1 Tafel Zartbitterschokolade gekauft. Ein Anfängerfehler, das muss man sagen. Und ja, es sieht nicht aus wie ein Ferrero Rocher, aber als die Perfektionisten, die wir nun mal sind, haben wir herumgewühlt und ein paar Tafeln Dairy Milk gefunden. Die wurden geschmolzen, zerstoßene Mandeln kamen dazu (komischer Geschmack, echt jetzt), und dann wurde diese klebrige Pampe so gut es ging außen herum verstrichen, wegen der Optik, verstehste. Hier unser ziemlich perfektes Endprodukt, mit einem Standard-FR zum Vergleich:

Ein guter Tag für alle, allerdings erweist sich das Essen als etwas schwierig … eigentlich kein Wunder bei jetzt 1452 Gramm – ein bisschen größer als der Standard-Zwerg mit 12 Gramm!
Frohes Riesen-Snack-Bauen, Leute.