„McVitie’s Caramel Big-gestive“
Ein riesiger Digestive-Keks mit Karamell und Schokolade
So wie eine Reise von tausend Meilen mit einem einzigen Schritt beginnt, beginnt auch die Reise zu einem echten Riesen-Snack mit einem ganz normalen Snack. Diese hier begann mit dem Lieblingskeks meiner Freunde und mir: dem McVitie’s Caramel Digestive (britischer Vollkornkeks mit Karamell- und Schokoschicht)! Bis zu diesem Riesen-Nachbau ist doch sicher noch nie ein schönerer Keks gebacken worden, oder?
Während manche Leute das Ende ihrer langen, zermürbenden Prüfungszeit feiern, indem sie losziehen und sich volllaufen lassen, fanden wir, dass 11 Uhr morgens keine passende Zeit für exzessiven Alkoholkonsum ist, und wagten uns stattdessen an ein großes Projekt: den XXL-Keks!
Praktischerweise besteht der Keks aus 3 separaten Schichten: dem Keks, dem Karamell und der Schokolade. Bevor wir uns irgendwelche Küchengeräte schnappten, brauchten wir erst mal einen Plan. Die Schokolade würde einfach werden; für das Karamell beschlossen wir, Werther’s Chewy Toffees (wie Schokolade) zu schmelzen (wobei diese Toffees eigentlich ein bisschen hart waren – falls jemand diesen Riesen-Snack nachbauen will, empfehlen wir etwas weichere Toffees). Für den Digestive-Keksboden spielten wir zwar kurz mit dem Gedanken, zerbröselte Digestives zu nehmen, fanden es aber besser, einen richtigen Keksboden zu backen.
Also zogen wir, bewaffnet mit einem Rezept, etwas Geld und einer Gehirnzelle für uns drei zusammen, in aller Eile zum nächsten Tesco!
Wir kauften:
– Vollkornmehl, Tüte mit 500 g (geschätzte Kosten: 0,30 £)
– feiner Zucker, Tüte mit 500 g (wir haben 125 g verbraucht, aber die geschätzten Kosten für die ganze Tüte liegen bei 0,55 £)
– 250 g Butter (geschätzte Kosten: 0,90 £)
– 10 Eier (wir haben 3½ verbraucht, den Rest aber zum Frühstück gebraten – zur Nachahmung empfohlen. Geschätzte Kosten für alle: 1,75 £)
– 1 Packung McVitie’s Caramel Digestives zum Vergleich (geschätzte Kosten: 1,10 £)
– 3 Packungen Werther’s Chewy Toffees (geschätzte Kosten: 2,64 £)
– 4 * 200 g Tafeln Tesco-Vollmilchschokolade (geschätzte Kosten: 1,92 £)
Außerdem haben wir einen Teelöffel Backpulver verwendet, den haben wir aber aus unserer Küche geklaut – genau wie eine CD von Bon Jovi, eine von den Red Hot Chilli Peppers und eine von Keane als Hintergrundmusik.
Hier unsere Zutaten zu Beginn:

Geschätzte Gesamtkosten: 9,16 £
Wir legten los und folgten dem Rezept, laut dem wir Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben sollten. Das dauerte aber ewig, also haben wir die Idee zum Teufel gejagt:

Nachdem wir Zucker und Butter dazugegeben hatten, verrieben wir alles, bis es krümelig wie Semmelbrösel war. Du kennst ja den Spruch: 4 Hände sind besser als 2.
Wir gaben 3 kleine Eier dazu und vermischten alles, merkten aber, dass der Teig nicht ganz klebrig genug war. Da war spontanes Umdenken gefragt, und am Ende gaben wir noch ein halbes Ei dazu, bis er die richtige Klebrigkeit hatte. Wären wir organisiert gewesen, hätten wir die andere Hälfte gebraten und gegessen, waren wir aber nicht, also flog sie einfach in den Müll. Wie auch immer: Nachdem alles gut vermischt war, machten wir uns bereit zum Ausrollen!

Dann rollten wir den Teig auf etwa ¾ Zoll Dicke aus – und das, ohne dass er am Nudelholz kleben blieb, Wahnsinn! Für einen Kreis nahmen wir die größte Schüssel, die wir finden konnten, stellten sie umgedreht auf den ausgerollten Teig und schnitten drumherum.

Dann standen wir vor einem Problem: Wie sollten wir diese überdimensionale Monstrosität (ich meine das Wort im nettesten Sinne) vom Tisch aufs Backblech bekommen, ohne die Form zu ruinieren? Zuerst versuchten wir, das Blech unter den Keks zu schieben … aber das ging nicht, denn wie wir merkten, rutschte er, einmal auf dem Blech, nicht besonders gut. Am Ende mussten wir das ganze Ding einfach hochheben, aber zum Glück hielt es zusammen. Hurra!
Als Nächstes zeigte unser Kunstexperte sein Können und übertrug das Design des Originalkekses auf unseren Nachbau. Die Löcher machten wir mit einem Essstäbchen, Schrift und Muster mit einem Messer (mit beiden Enden).
Und hier der Vergleich zwischen unserer Version und dem Original:

Dann ab in den Ofen (bei 180 °C), für … eine Weile. Im Rezept standen 12–15 Minuten, aber das galt für deutlich kleinere Digestive-Kekse. Wir haben unseren einfach immer wieder angeschaut und angestupst. Fertig war er dann … irgendwann.
Ich finde aber, dass er trotz der langen Backzeit ein Erfolg geworden ist.

Ganz untätig waren wir in der Zeit aber nicht und machten uns daran, die Toffees auszupacken. Du kennst ja den Spruch: Viele Hände, schnelles Ende.
Dann wurden die Toffees geschmolzen, als wären sie Schokolade. Allerdings merkten wir, dass das Toffee nie so richtig weich wurde – die Werther’s-Toffees sind wohl etwas zu hart. Falls du das ausprobierst, würden wir Tescos Eigenmarke Dairy Toffees oder etwas Ähnliches empfehlen. Hier ein schönes Foto davon, wie es „blubb“ macht (das ist ein hochtechnischer Riesen-Snack-Fachbegriff – keine Sorge, wenn du ihn nicht verstehst):

Endlich war es aber weich genug, um es auf den Keks zu bringen. Das erwies sich allerdings als etwas schwieriger als gedacht, weil die Außenseite ziemlich schnell fest wurde und das Zeug eine ziemliche Abneigung dagegen hatte, zu fließen. Mit einem Messer ließ es sich tatsächlich überhaupt nicht verstreichen, also mussten wir es am Ende mit Daumen und Fingern „festmatschen“. Das wurde ziemlich lustig, als einer von uns beim Festmatschen mit dem Handy telefonierte, dabei die Finger in ziemlich heißes Toffee steckte und Schmerzensschreie ausstieß. Aus diesem Grund können wir leider nicht behaupten, dass bei der Herstellung dieses Kekses keine Tiere zu Schaden gekommen sind.
Wie auch immer, irgendwann hatten wir das ganze Toffee drauf.

Dann kam das nächste Problem: Wie bekommen wir die Linienmuster auf den Riesenkeks? Wir waren ziemlich ratlos – sie hinterher einzuritzen hätte nicht die richtige Textur ergeben, und außerdem hatten sie eine ziemlich komische Form. Am Ende entschieden wir uns, Schaschlikspieße in Reihen über den Keks zu legen, die geschmolzene Schokolade darüberzugießen und dann die Spieße herauszuziehen – das sollte ein kreuz und quer verlaufendes Muster ergeben, wenn auch nicht gewellt.
Also haben wir alles hübsch vorbereitet:

Als es dann ans Gießen ging, entdeckten wir allerdings einen kleinen Fehler in unserem genialen Plan: Die Spieße verrutschten! Die Schokolade war ziemlich zähflüssig und schob die Spieße beim Drübergießen einfach zur Seite, sehr zu unserem Leidwesen. Nach kurzem Nachdenken beschlossen wir aber, einfach einen Spieß in die Schokolade auf dem Keks zu tauchen und wieder herauszuheben, um die Textur hinzubekommen. Okay, nicht ganz so elegant, aber es hat funktioniert.

Endlich war unser Werk fast vollbracht; jetzt musste er nur noch in den Kühlschrank und dann verschlungen werden. Und natürlich mussten wir ihn mit dem Originalkeks vergleichen!
Nach ein paar groben Messungen …… stellten wir fest, dass er den 5-fachen Durchmesser eines normalen Caramel Digestive hatte. Mit einer Waage fanden wir heraus, dass er satte 1,45 Kilogramm wog, das 75-Fache eines normalen Caramel Digestive. Zum Vergleich:

Und nach reichlich Futtern und Schlemmen können wir dir jetzt den Querschnitt zeigen!

Frohes Riesen-Snacken!